Diese Maßnahme wurde im Projekt „Energiepflanzenanbau und Biodiversität im Münsterland“ entwickelt und erprobt.

Kurzbeschreibung​

  • Aussaat einer mehrjährigen Blühmischung (mind. 5 Jahre) mit Verwendungsmöglichkeit zur Biogaserzeugung
  • ohne Biogaserzeugung: niederwüchsige Blühmischung (3 –5 Jahre)

Geeignete Standorte und Flächenbedarf​

  • sonnenexponiert
  • mind. 6 m (je breiter, desto größer die ökologische Wirksamkeit)
  • zu trockene Standorte und Staunässe meiden

Empfohlene Kombinationen​

  • Extensiver Getreideanbau
  • Sommer- und Wintergetreidegemenge
  • Anbau von Maisgemengen

Nutzen nach Ökosystemleistungen​

Biodiversität Fauna:

  • Brut- und Aufzuchtmöglichkeiten für Hecken- und Bodenbrüter (z. B. Rebhuhn)
  • ganzjähriger Nahrungs-, Schutz- und Rückzugsraum für Wildtiere
  • Nahrungsquelle, insbesondere für Insekten

 

Bestäubungsleistung

Bodenschutz:  Erosionsminderung

Wertschöpfung durch landwirtschaftliche Produktion:  Biogas

Aufwertung des Landschaftsbildes

Betriebliche Voraussetzungen​

  • Direktschneidwerk oder reihenunabhängiges Maisgebiss bei Ernte

Ökonomische Aspekte​

  • Saatgutkosten: ca. 350 – 400 €/ha (Stand: 10/2020)

Empfehlungen zur Umsetzung der Maßnahme​

Einsaat
  • empfohlene Mischungen:
  • ohne Ernte: Blühende Landschaft (Rieger-Hofmann)
  • mit Ernte: Aussaat im Frühjahr: BG 70 (Saaten Zeller); Aussaat direkt in die Stoppeln von Wintergetreide: BG 90 (Saaten Zeller)
  • feinkrümeliges, gut rückverfestigtes Saatbett
  • Saatstärke: 10 kg/ha
  • Saatgut oberflächig ablegen und anwalzen
Düngung
  • keine mineralische Düngung
  • mit Ernte:
  • max. 80 kg N/ha Wirtschaftsdünger vor der Saat
  • ab 2. Standjahr: zu Vegetationsbeginn 20 – 40 kg N/ha, Rest im Mai
Pflanzenschutz
  • keiner
  • mit Ernte: Ausnahme: im 1. Standjahr
    1x selektives Gräserherbizid gegen Hirse, wenn Boden >5 % mit Hirse bedeckt ist
Pflege
  • ohne Ernte: mind. alle 2 Jahre (im August oder Februar) mähen oder mulchen
Ernte
(mit Biogas)
  • 1x jährlich nach Hauptblüte
  • optimal: 28 –36 % TS-Gehalt

Tipp

  • Bei Aufwuchs unerwünschter Ackerwildkräuter Boden im Frühjahr mehrfach mechanisch bearbeiten.
  • Teilfläche für wildlebende Tiere über Winter stehenlassen.
  • Möglichkeit zur Anlage als Bejagungsschneise prüfen.
  • Jährliche Bewirtschaftung/Pflege der Fläche ist erforderlich und Voraussetzung für die Zahlung der flächengebundenen Prämie. Aus naturschutzfachlichen Gründen kann die Fläche von der jährlichen Pflegeverpflichtung freigestellt werden (DirektZahlDurchfV § 2 (2)). Gleichwohl erfolgt die Pflege der Fläche im Abstand von zwei Jahren.