Diese Maßnahme wurde im Projekt „Steillagenweinbau schafft Vielfalt – Das Moselprojekt“ entwickelt und erprobt.

Kurzbeschreibung​

  • manuelle oder maschinelle Freistellung, Beweidung oder Feuer (nur unter feuerpolizeilicher Begleitung)

Geeignete Standorte und Flächenbedarf​

  • verbuschte Brachflächen in Steil- und Steilstlagen

Empfohlene Kombinationen​

  • Blühende Saumstrukturen
  • Nisthilfen, Lebenstürme und Lesesteinhaufen

Nutzen nach Ökosystemleistungen​

Biodiversität Fauna und Flora:

  • Erhalt regionaltypischer Offenlandbiotope der Steil- und Steilstlagen und deren charakteristischer floristischer und faunistischer Artzusammensetzung
  • Erhalt des trocken-sonnigen Kleinklimas
  • Aufwertung des Lebensraums (z. B. auch durch Freistellen von eingebundenen Trockenmauern)

 

Wertschöpfung durch landwirtschaftliche Produktion:

  • weniger Beschattung und Schädlingsdruck auf bewirtschaftete Nachbarflächen

 

Wertschöpfung durch Tourismus:

  • Erhalt der traditionellen Kulturlandschaft

 

Erhalt und Aufwertung des Landschaftsbildes

Betriebliche Voraussetzungen​

  • steillagenfähige Mulchtraktoren oder selbstfahrende Raupen mit Mulchgebiss

Ökonomische Aspekte​

  • Kosten steigen mit Steilheit und Strukturreichtum der Fläche (Gehölzhöhe, Mauern, Felsen), bis ggf. nur Handarbeit möglich ist
  • Kosten für erste Freistellung daher stark variierend: ca. 2.000 bis 20.000 €/ha
  • Förderung: Vertragsnaturschutz (Freistellungspflege/Offenhaltungspflege in Weinbergslagen)

Empfehlungen zur Umsetzung der Maßnahme​

Zeitpunkt
  • 1. Entbuschung zwischen 01.10. und 28.02.
  • anschließend jährliche Offenhaltungspflege
  • je nach Aufwuchs
  • je nach Lebensraumansprüchen der zu fördernden Arten
Durchführung
  • je nach Steillage maschinell oder manuell
  • Kleinstrukturen erhalten (z. B. Strauchgruppen)
  • als Minimallösung in direkter Nachbarschaft zu bewirtschafteten Rebflächen: 3 m breite Randstreifen der Brachflächen zurückschneiden, um Schädlings und Schattendruck zu verringern
  • Mahdgut abräumen, sofern technisch möglich
Pflege
  • Offenhaltung 1 x jährlich (in den Sommermonaten)

Wichtig

Ziegenbeweidung:

  • Absicherung durch geeigneten Weidezaun; Einhaltung der Tierschutzvorgaben, also Trinkwasser, Schutzhütte etc. und tägliche Kontrolle des Weidezauns.
  • Geeignet: z. B. Burenziegen, Tauernschecken, Pfauenziegen, Thüringer Waldziegen, Zwergziegen.